
Das Brustkrebszentrum des Heinrich-Braun-Klinikums am Standort Zwickau wurde durch das unabhängige Zertifizierungsinstitut OnkoZert der Deutschen Krebsgesellschaft erfolgreich zertifiziert. Damit wird die hohe Qualität in Diagnostik, Therapie und interdisziplinärer Betreuung zum Wohle der Patientinnen offiziell bestätigt.
Brustkrebs ist mit rund 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Für die Betroffenen – Mütter, Töchter, Schwestern, Großmütter, Freundinnen – und ihre Angehörigen bedeutet die Diagnose einen tiefgreifenden Einschnitt ins Leben. In dieser Situation ist medizinische Kompetenz in Diagnostik und Therapie ebenso entscheidend wie ein Team, das eng zusammenarbeitet und Patientinnen ganzheitlich begleitet. Genau dafür steht das Brustkrebszentrum des Heinrich-Braun-Klinikums in Zwickau seit vielen Jahren. „Wir behandeln nicht nur die Erkrankung, sondern den Menschen, der an der Krankheit leidet“, beschreibt Dr. med. Astrid Schlosser, 1. Oberärztin und Leiterin des Brustkrebszentrums, den Ansatz. In regelmäßigen Tumorkonferenzen werden individuell abgestimmte Therapiekonzepte für die Betroffenen entwickelt, die alle medizinischen Fachdisziplinen einbeziehen.
Ein zentraler Baustein der Behandlung ist die operative Versorgung zur lokalen Kontrolle der Tumorerkrankung. Dafür besteht am HBK eine hohe chirurgische Expertise für brusterhaltende Operationen ebenso wie für komplexe rekonstruktive Eingriffe. Dies ist wichtig, um eine auf die Patientin zugeschnittene Therapie mit maximaler onkologischer Sicherheit bei gleichzeitigem Erhalt von Körperbild und Lebensqualität zu gewährleisten. Darüber hinaus ist eine systemische Behandlung zur Vermeidung von Rückfällen ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Das seit Jahren etablierte Netzwerk aus Gynäkologen, Radiologen, Pathologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Nuklearmedizinern, Pflegefachkräften, Psychoonkologen, Physiotherapeuten, Sozialdienst, Ernährungsberatung, Selbsthilfegruppen sowie ambulanten Kooperationspartnern bündelt diese Fachkompetenzen zum Wohle der Patientinnen.
Ganzheitliche Betreuung seit Jahren – jetzt auch offiziell bestätigt
Die erfolgreiche Zertifizierung bestätigt, was viele Patientinnen in den vergangenen Jahren bereits erfahren haben. Eine von ihnen ist Heike Albert aus Lengenfeld. Als sie ihre Brustkrebsdiagnose erhielt, stand für sie vor allem eines im Vordergrund: eine schnelle, kompetente und verlässliche Behandlung. Nach einer ersten Therapie an einem anderen Klinikum entschied sie sich bewusst für die Weiterbehandlung am Brustkrebszentrum des HBK in Zwickau. „Ausschlaggebend war für mich die fachliche Expertise und die klare, vertrauensvolle Beratung. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, hier in guten Händen zu sein“, berichtet sie. Besonders beeindruckt habe sie das enge Zusammenspiel der verschiedenen Fachbereiche – transparent, verständlich und aufeinander abgestimmt „Diese Kombination aus medizinischer Kompetenz und menschlicher Zuwendung hat mir viel Sicherheit gegeben.“
Auch die Auditoren von OnkoZert hoben neben der hohen fachlichen Kompetenz insbesondere das Engagement des Teams, die gute Organisation der Behandlungsabläufe sowie die exzellente Vernetzung innerhalb und außerhalb des Klinikums hervor. Mit der Zertifizierung wurde bestätigt, dass das Brustkrebszentrum die deutschlandweit geltenden hohen Qualitätsanforderungen erfüllt und diese mit großem menschlichem Einsatz umsetzt. „Dies ist für uns zugleich Lob und Anspruch. Es bestärkt uns darin, in unserem Tun nicht nachzulassen und allen Betroffenen in dieser für sie so einschneidenden Lebensphase durch unsere Arbeit eine Stütze bei der Bewältigung der Krankheit zu sein“, so Dr. med. Schlosser.
Durch das Zertifikat ist das Brustkrebszentrum nun fester Bestandteil des Onkologischen Zentrums Zwickau am HBK. Gemeinsam mit weiteren zertifizierten Organkrebszentren bündelt das Klinikum seine onkologische Expertise mit dem Ziel, eine sichere, moderne und menschlich zugewandte Krebsmedizin auf höchstem Niveau anzubieten.
3 Fragen an: Kurzinterview mit Leitung und Patientin des Brustkrebszentrums
Dr. med. Astrid Schlosser, 1. Oberärztin und Leiterin des Brustkrebszentrums
1. Was kann eine Patientin, die sich für eine Behandlung im Brustkrebszentrum am HBK entscheidet, erwarten?
Dank unseres großen interdisziplinären Netzwerkes können wir Betroffenen eine individualisierte Behandlung mit großer Expertise in jeder Phase der Erkrankung anbieten. Eine Onkolotsin kümmert sich von Anfang an um die Bedürfnisse unserer Patientinnen indem notwendige Termine organisiert und Angebote für Hilfeleistungen unterbreitet werden. Weiterhin ist es Bestandteil unseres onkologischen Konzeptes, dass Patientinnen von Beginn an in die Entscheidungsfindung integriert sind und Arzt-Patienten-Gespräche auf Augenhöhe stattfinden.
2. Worauf legt das Brustkrebszentrum am HBK besonderen Wert bei der Behandlung?
Im Vordergrund steht immer die onkologische Sicherheit. Gleichzeitig wissen wir, wie wichtig Ästhetik für die Krankheitsbewältigung ist. In vielen Fällen kann die Tumorentfernung ohne Abstriche in der onkologischen Sicherheit brusterhaltend erfolgen. Zusätzlich bieten wir eine Vielzahl rekonstruktiver Verfahren an – sowohl als Sofortrekonstruktion als auch beim späteren Wiederaufbau, in enger Kooperation mit der plastischen Chirurgie des Klinikums St. Georg Leipzig.
3. Welche Möglichkeiten gibt es neben der operativen Tumorentfernung? Wer übernimmt die Nachsorge?
Notwendige Systemtherapien wie Chemotherapien werden bei spezialisierten Kooperationspartnern wohnortnah durchgeführt. Strahlentherapeutisch besteht eine enge Zusammenarbeit innerhalb des Klinikums. Alle Maßnahmen werden ausführlich erklärt und eng begleitet. Die Nachsorge erfolgt sowohl im Brustkrebszentrum als auch bei niedergelassenen Fachärzten. Laura Kruckenmayer, Kommunikationsmanagerin (depak) Unternehmens-kommunikation, HBK Verwaltung und Bildung gemeinnützige GmbH
Bild 1 / im Anriss: Dr. med. Astrid Schlosser bei der Auswertung eines Brustultraschalls Fotos: HBK/Vanessa Müller“

Hier im Bild 2: Dr. med. Astrid Schlosser, 1. Oberärztin und Leiterin des Brustkrebszentrums, im Gespräch mit Patientin Heike Albert
